Romina in Bolivien

 

 

Aufregung groß , Rucksack riesengroß !

Jetzt geht es in den  Endspurt ! ! ! -  Nur noch 4 Tage -
Nach einer sehr schönen Abschiedsfeier gestern Abend, habe ich heute den ersten Versuch gestartet meinen Kram einzupacken und bei einer Gepäckbegrenzung von nuuur 23 Kilo so viel wie möglich in den riiesen Rucksack zu  quetschen..

 damit geht es auch die nächsten Tage weiter... nur wie ich den Rucksack später selber tragen soll ? ... das kann wohl noch heiter werden ...immerhin ragt er mir über den Kopf hinaus :D

 

 

ENDLICH IN BOLIVIEN !


Für mich begann das Abenteuer Bolivien bereits mit dem Langstreckenflug.
- Das allererste mal über Europa hinaus zu fliegen -
Wir starteten ab Frankfurt um 19:30 Uhr abends und sind schließlich angekommen um 15:30 Uhr (Ortszeit) in Santa Cruz (also bei uns schon 21:30 Uhr).. das heißt alles in allem waren wir mehr als einen Tag unterwegs.


Im Grunde genommen gibt's zu der langen Reise auch nur Eines zu sagen :

Ich hätte niemals geglaubt, dass so ein Langstreckenflug so angenehm sein kann und hingegen die kleineren Zwischenflüge das Problem sein könnten !
Vor allem der letzte Teil der Fliegerei ,wo wir von Lima nach La Paz und dann weiter nach Santa Cruz geflogen sind, war schrecklich !
Da hat auch die wunderschöne Aussicht über den Titicacasee und die mit Schnee bedeckten Anden kaum was retten können.
  Schließlich waren wir alle wirklich so erleichtert als wir dann  ankamen und im Gegensatz zu unserer Vorgängertruppe nur ein Gepäck (bei einer Gruppe von 20 Freiwilligen) nicht ankam .
Bei mir gabs zum Glück auch nur einen kleineren Verlust von einer entwendeten Jacke, aber das ließ sich sehr gut verkraften... hauptsache der Rest war angekommen !                                                                                



Von La Paz nach Santa Cruz und wieder nach La Paz

Aussichten - LA PAZ
Wir Freiwilligen , der Isla del sol hatten das Glück zuerst mit dem Flieger in La Paz kurz zu landen, wo wir allerdings noch nicht bleiben durften, sondern erst nach 2 Tagen Vorbereitung in Santa Cruz wieder zurück nach La Paz mit dem Bus fahren mussten.
Da von uns 4 die zur Insel gehen 2 einen Sprachkurs zuvor machen, sind Jessi und ich alleine gereist und wurden direkt ins kalte Wasser geschmissen. Als dann alle anderen Freiwilligen gemeinsam in den Bus nach Sucre gestiegen sind, haben wir uns zuerst doch etwas seltsam gefühlt so alleine auf unsern Bus zu warten. 

ABER anders als erwartet haben wir die Fahrt sehr gut überstanden, kaum etwas vom Höhenunterschied gemerkt bis darauf, dass wir nach 2 Metern zu Fuß hier schon platt sind und wie alte Omis laufen :D
Und unser Bus war sehr angenehm, weil es ein Schlafbus war, wo man sich nahezu hinlegen kann (aber seht einfach selbst - wie ich mal wieder an der kleinen Technik anfangs gescheitert bin ! )
Jedenfalls haben wir fast die ganze Fahrt über geschlafen und es war von daher halb so wild, dass wir einfach mal 4 Stunden später als geplant ankamen und fast 18 Stunden mit dem Bus unterwegs waren.
Naja jetzt sind wir erst einmal 2 Tage in La Paz und werden noch ein paar Einkäufe machen bis wir dann endlich zur Insel reisen mit unserem ganzen Gepäck , dann aber nur noch 2 Stunden Busfahrt und 2 Stunden Bootsfahrt !

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ISLA DEL SOL - Mein neues Zuhause  

Eeeeendlich angekommen ! Zuerst waren Jessi und ich letzten Mittwoch noch zu zweit auf der Insel angekommen und haben uns so sehr gefreut endlich unseren Kram auszupacken.
Seit Mittwoch haben wir dann ein wenig die Insel erkundigt (und ich muss sagen diesmal haben die zuvor gesehenen Fotos keineswegs gelogen oder die Aussichten verschönert dargestelt- sondern in Echt sieht es hier noch viel traumhafter aus- Fotos kommen von daher natürlich noch hier hin!).
 


Was wir sonst so bisher gemacht haben?
Also ein paar Leute kennengelernt, viiiele Bücher gelesen, die hinterlassenen Schulmaterialien der ehemaligen Freiwilligen geordnet und Postkarten verkauft.
Das Postkartenprojekt haben unsere Vorgänger ins Leben gerufen. Es besteht darin, dass wir Postkarten an den verschiedenen Boleterias ( eine Art Mautstelle für Turisten, wovon es 3 auf der Insel gibt) verkaufen. Das eingenommene Geld wird dann zum Kauf von Schulmaterialien für die Schulen vor Ort, in denen wir ab Montag arbeiten werden, verwendet.
Auch ein paar Sätze auf Aymara habe ich schon gelernt, was hier von den Inselbewohnern hauptsächlich gesprochen wird... wie zum Beispiel "Kunas sumtimaxa?" (was so viel bedeutet wie "Wie heißt du?")... 
Nun ja mit der Aussprache ist das ganz schön schwierig, aber unser Herbergsvater, Nelson, hilft mir auch dabei und spricht mir die Sätze immer mehrmals vor.



Ach ja ... und sonst so... sind jetzt auch die zwei anderen Freiwilligen, Leon und Lovis angekommen und unsere Truppe ist somit jetzt komplett..
Leider haben die beiden mit ihrer Ankunft auch das gute Wetter weggeschickt, denn zuvor hatten wir jeden Tag schönes sonniges Wetter, wobei es tagsüber auch recht warm war... seit gestern allerdings ist es sehr stürmisch und wolikig !
Nun ja morgen ist erst mal Ausruhetag , wo wir heute nach Copacabana mit dem Boot gefahren sind , was aufgrund des Wetters und dem Wellengang nicht ganz so angenehm war. Außerdem hatten wir etwas Stress unsere Einkäufe zu erledigen, weil das Boot, was eigentlich um 7 Uhr abfährt erst um neun Uhr abgefahren ist.


Día de la bandera en Copacabana















Also morgen wird entspannt und mit Vorfreude und Aufregung etwas für den ersten Arbeitstag in Kindergarten oder Grundschule vorbereitet (ja bis jetzt weiss ich auch noch nicht was von beidem und noch nicht an welchem Ort, denn es gibt zwei zur Verfügung- einen direkt neben unserem Zuhause und einen anderen der 1 Stunde Fußweg entfernt ist- wobei ich hier einer der schnellsten Läuferinnen bin und den Weg in weniger Zeit schaffe).

Also bis dahin! Ach ja und wie ihr seht haben wir es geschafft (und das war wirklich nicht sehr leicht) uns Internet zu beschaffen und haben jetzt hier auch Internet (natürlich sehr langsam ;) )


Mit wem ich es hier so auf der Insel zu tun habe... 

 

Nelson & seine Reden

Nelson ist der Herbergsvater, der uns täglich mit seinen Reden unterhält. Dabei erzählt er uns von Organisatorischem (wie zum Beispiel welches Geschirr wir benutzen dürfen) oder auch gerne mal etwas Philosophisches.
Außerdem kocht er meist für uns und gibt sich alle Mühe auch mir als Veganerin immer etwas abwechslungsreiches Essen zu bieten! :)



Sol & das Gelächter

Sol ist Nelsons Frau (beide sind übrigens noch relativ jung). Sol bringt man sehr leicht zum Lachen! Man kann mit ihr albern herumtanzen oder auch Geschichten erzählen. Vorallem über Mimik und Gestik verstehen Sol und ich uns blind :D Ach ja Geschichten erzählt Sol übrigens sehr gerne, diese treffen leider Jessi manchmal ein wenig, da sie die Gabe hat sich immer alles direkt genaustens vorzustellen (wenns mal wieder über einige seltsame Leute, die hier als Gast hausieren geht - diesen Insider verstehen jetzt natürlich nur die anderen Freiwilligen, die mit mir hier sind.)

 Cielo - la terrorista

Die süße Tochter von Nelson und Sol würde erst einmal jedem mit ihrem niedlichen Lächeln die Augen verdrehen... allerdings merkt man, wenn man erst ein paar Tage mit ihr zusammen ist, wie anstrengend sie doch sein kann. So wird sie also nicht umsonst von Nelson auch "la terrorista" oder "diabolo" genannt. Sie hüpft und turnt den ganzen Tag herum und liebt es zu tanzen, was selbst mich Tanzliese manchmal erschöpft. Sie wird erst genau dann müde, wenn wir zu Abend essen und schläft dann jedes Mal (so wie ich auch früher) fast mit dem Gesicht im Essen ein. 





Fazit : Die 3- jährige Cielito ist schon ein wenig verzogen, aber einfach zuckersüß !

Negrita & ihr Schweinehass

Die kleine schwarze Hündin der Herbergseltern, die den außergewöhnlichen Namen Negra ("Die Schwarze"), trägt ist eine sehr treue Seele.
Sie läuft uns einfach überall hinterher bzw. mit ihren 4 Pfoten vor uns her, egal ob den riesen Berg bis zur Boleteria hinauf oder in die Schule, wo sie sich gemütlich neben uns schlafen legt.
Leider hat Negra allerdings -nicht wie mein geliebter Cookie- viele Tricks drauf. Im Grunde nur einen Einzigen , welcher aber äußerst praktisch ist.
Auf das Kommando "chanchou" hin rennt Negra direkt apathisch ums Haus und verjagt alle Schweine, die hier mal wieder das Gelände betreten haben.
Im Grunde genommen versucht sie es nicht nur bei den Schweinen, aber bei den anderen Tieren, wie den Eseln, fruchtet das nicht.

Von daher übertrumpft sie immernoch am liebsten die Schweine und verscheut sie und läuft dabei selbst wie ein gestochenes Schwein!


Die verrückten und unzertrennlichen Pollitos

Sie sind Sols Ein und Alles , denn sie hatte sich mal 6 Küken gekauft, wovon allerdings nur diese 2 überlebten.
Man trifft die beiden immer nur im Doppelpack und sieht sie nur ab und zu. Vor allem, wenn abends "la caja negra" droht - eine kleine Kiste, wo sie drin schlafen- verstecken sie sich gerne und jagen allen Todesangst ein, dass sie nicht mehr da seien. Ansonsten machen sie gerne ihr Häufchen auf dem Esstisch und laufen immer und immer wieder in die Küche, auch wenn sie dann jedes Mal von Sol lautstark verscheucht werden.
Fazit: Die verrückten Hühner (dessen Geschlecht übrigens unbekannt ist) lieben sich gegenseitig und werden trotz allem ebenso von Sol geliebt.

 

Jorge- Der Verwandlungskünstler

Jorge, Nelsons Papa, wohnt quasi auch hier im Hostel in Zimmer 6 , was eher einer Abstellkammer ähnelt , wo man alles von Klopapier bis hin zu Insektenkillerspray findet.
Wie gesagt nur quasi, denn er ist sehr viel unterwegs und schaut hier nur immer zwischendurch mal wie ein Gespenst vorbei.
Da er viel ausgeht macht er sich auch immer sehr gerne dafür zurecht und es kommt dabei manchmal vor, dass man ihn vom einen Tag auf den Nächsten nicht mehr wiedererkennt. So haben Jessi und ich uns zum Beispiel erschrocken, als uns ein "fremder Mann" grüßte, dabei war das nur Jorge in seinem "La Paz Städteroutfit".

Fazit: Der sehr höfliche Jorge ist ein wenig das Klischeebild der älteren Inselbewohner, sowohl was sein leises Sprechen, als auch seine Trinkfestigkeit angeht.

 

Cholitamama - la limpiadora

Nelsons Mutter ist für ihre Sauberkeit bekannt. Ist sie einmal hier putzt sie den ganzen Tag und ertränkt die Pflanzen, indem sie sie mehrmals gießt (egal wie sehr die Sonne auch knallt).
Sie sieht Sol gerne als ihre Konkurrentin an und beschwert sich mit Vorliebe über diese.
Außerdem kocht sie sehr leckeres gesundes Essen, allerdings lässt sie das Gemüse auch gerne mal halb roh servieren.

Fazit: Sie ist ebenfalls ein wenig das Klischeebild der Inselfrauen, vorallem natürlich auch wegen ihres Kleidungsstils und dem Hang zur Hausarbeit. Dazu ist sie eine Mutter, die ihren geliebten Sohn nur ungern teilt.





Sooo jetzt wisst ihr mal mit wem ich hier so zusammenlebe - natürlich gehören die anderen Freiwilligen auch dazu aber über die schreibe ich mal lieber hier nicht, denn sie verstehen das ja alles :D (Jessi meine liebe Zimmergenossin, Lovis und Leon ! ).

 

 

 

 

 

 

GROßES PROJEKT - EURE HILFE BENÖTIGT

"No To Plasticbags In Rural Bolivia"

So ihr Lieben ! Heute gehts mal nicht um mich und mein Kleinprojekt hier, sondern um ein etwas größeres Projekt, was eventuell bald hier in Bolivien durchgeführt werden könnte.

Hier vor Ort gibt es nämlich einen unheimlichen Verbrauch an Plastiktüten, die der Umwelt natürlich nicht besonders zu Gute kommen (auch vorallem auf der Insel gibt es ja  sowieso auch unter anderem auf Grund dessen ein großes Müllproblem!).
Von daher soll mit dem folgenden Projekt dafür gesorgt werden, dass eine große Anzahl an Jutebeutel hergestellt werden kann. Dies wird so aussehen, dass Einheimische dazu ausgebildet werden die Beutel hergestellt werden und diese dann an die Bevölkerung verteilt werden kann, sodass die Leute vor Ort nach und nach dazu sensibilisiert werden diese Beutel anstatt einer Vielzahl von Plastiktaschen zu benutzen.

IHR KÖNNT MITHELFEN INDEM IHR FÜR DAS PROJEKT ABSTIMMT !!!

Hier der Link dazu :http://www.hihostels.com/hostel/sustainability/

Einfach ganz unten auf der Seite auf "Vote her" klicken und ihr werdet zur Abstimmung weitergeleitet!

Vielen Dank schon im Voraus für eure Unterstützung, damit erhöht ihr die Chance dass diese Projekt gewinnt !



Sucre , Sucre - unbegrenzter Aufenthalt mit Folgen

Also am Montag Morgen sind wir auch endlich mal in Sucre anegkommen .
Eigentlich sollten wir ja bereits am Sonntag angekommen sein, aber es war  hier in Bolivien Tag der Fußgänger (día del peaton) und deshalb durften von 8 bis 17 Uhr keine Verkehrsmittel oder Autos fahren... (ja im Grunde genommen wären wir eigentlich wenn wir pünktlich losgefahren wären trotzdem nicht in dieser Uhrzeit gefahren - aber naja). Uns kam es ganz gelegen, denn so sind  wir zuerst am Samstag nach La Paz gefahren und haben dort eine Nacht übernachtet. Von daher mussten wir nicht die ganze Fahrerei an einem Tag bewältigen und hatten noch fast 2 Tage in La Paz.
Wo wir auf sämtlichen Märkten mal wieder unser Geld gelassen haben für lecker Essen, Filme und schöne Kleidung (ich hab unter anderem einen ganz tollen Poncho ergattert und ein Strinband- selbst wenn ich seit ungefähr 10 Jahren Keines mehr besessen habe).  Tja hier wird man einfach immer schwach bei den ganzen tollen Sachen !
Ach ja und den Tag der Fußgänger haben wir miterlebt, was wirklich cooler war, als es klingt.
Denn La Paz war wie verwandelt!!
Das letzte Mal haben wir La Paz als eine stressige Stadt erlebt, wo man schon halb überfahren wird, wenn man etwas zu früh den ersten Schritt von Bordstein zur Straße wagt.
Und an dem Tag war es das komplette Gegenteil !
Man hat zum ersten Mal Fahrradfahrer gesehen, konnte einfach so herumlaufen ohne zu gucken wo man hinläuft und selbst die ganzen Leute erschienen viel entspannter :)
Also so einen Tag sollte es wirklich mal öfter geben ... auch bei uns in Deutschland !!

So und dann ging es also Sonntag Abend ab nach Sucre.
Und wir hatten das Glück mit einem absoluten Luxusbus zu fahren , also einem Schlafbus , wo man wirklich richtig wie im Bett liegen konnte. Hinzu kam, dass wir die besten Plätze hatten... nämlich oben in der ersten Reihe, sodass wir immer einen super Ausblick hatten.
Aber weil wir ja durch die Nacht gefahren sind, haben wir eigentlich den meisten Teil geschlafen.
Und sind dann morgens früh hier in Sucre angekommen.
Dann ging es los mit dem Visumschaos !
Und das hält bis jetzt an ... denn wir müssen hier von Amt zu Amt, Fingerabdrücke, Fotos etc. abgeben und dabei seeeeeeeeeeeehr viel Geduld haben!
Da zum einen der Mann der uns bei den Behördengängen begleitet, so sehr davon genervt ist, dass wir hööchstens eine Erledigung pro Tag schaffen und zum anderen die Ämter hier sehr chaotisch sind und gerne von einigen Leuten Papiere verlieren (wie unter anderem jetzt bei Jessi).
Von daher sind wir hier quasi auf unbegrenzte Zeit, da niemand wirklich weiss wie lange das wohl alles noch dauert und wir selbst wenn wir alles erledigt haben fürs Visum ... abwarten müssen bis wir die Bestätigung kriegen und noch eine letzte Unterschrift abgeben können.
Von daher ist das Hostel hier in Sucre voll von Freiwilligen, die alle so für ein paar Tage gepackt haben (denn uns wurde gesagt wir blieben nur 4 bis 5 Tage), aber jetzt schon mehrere Wochen hier sind.
Wie gut, dass ich immer zu viel Kram einpacke :D





Was wir sonst so in Sucre gemacht haben und der Ausfug nach Tarabuco...


Aaaalso erst einmal viel zu viel Geld ausgegeben, besonders für Essen ! Dann immer und immer wieder Cafés und Märkte besucht, sowie auch den örtlichen Supermarkt und uns auch gelangweilt.
Da wir sehr lange warten mussten, bis wir endlich alles erledigt hatten fürs Visum...
Von daher haben wir alle uns die Zeit mit Armbänder knüpfen, uns über das langsame Internet aufregen und spazieren oder Ähnliches vertrieben.
Ach ja und ein Sonntag sind wir dann noch nach Tarabuco gefahren !
Tarabuco ist ein kleines Dorf, das eine gute Stunde von Sucre entfernt und für seinen Sonntagsmarkt berühmt ist.
Also sind wir dann mit - ich glaube- ingesamt 16 Mädchen plus Ole dorthin gefahren. Eigentlich hätten wir erst einmal mit dem Micro zur Haltestelle der Trufis (die hier die etwas längeren Strecken bewältigen) fahren und dann dort einen solchen nehmen müssen. Da aber der Bus dann mit uns komplett voll ,war hat uns der Fahrer kurzer Hand angeboten uns einfach direkt nach Tarabuco zu fahren  und das auch noch für den selben Preis, den das sonst auch gekostet hätte. Das war wirklich sehr angenehm , da wir so nicht umsteigen mussten und alle einen Sitzplatz hatten, was sonst sicherlich nicht der Fall gewesen wäre.
So sind wir dann bei dem ach so berühmten Markt angekommen, der wirklich von allen Reiseführern über Bolivien angepriesen wird .. und waren im Grunde nicht allzu beeindruckt.
Ob es an dem kalten Wetter dort lag ( es hat sogar an dem Tag dort GEHAGELT und auf der Rückfahrt sahen die Berge schneebedeckt aus vom Hagel) oder einfach nur daran, dass vor allem Jessi und ich von den Einkaufsmöglichkeiten in La Paz einfach schon so verwöhnt sind, das andere uns nicht mehr so beeindrucken...
Nun ja woran auch immer es lag, es war jedenfalls recht überschaubar dort und viel besonderere Sachen, als es auch in La Paz gibt, hat man nicht gesehen...
Nun ja ein Gutes hatte es ja ... nämlich, dass wir endlich mal was unternommen hatten und nicht wieder im Hostel gegammelt hatten!


Sonntagsmarkt in Tarabuco



Der letzte Eindruck von Sucre - Fiesta de la virgen Guadalupe

Soo.. ein Gutes hatte das lange Visumprozedere wohl doch noch , denn so hatten wir die Möglichkeit an dem wohl größten Fest Sucres , nämlich " la fiesta de la virgen Guadalupe " ( der Schutzpatronin der Stadt ) teilzunehmen ! 
Bereits eine Woche zuvor war Sucre immer mal wieder von Tanztruppen überlaufen, die für das große Event geübt haben.
Und dann ging es Freitags endlich los , wo zunächst die Kinder und Jugendlichen diverser Schulen an der Reihe waren und unterschiedlichste Tänze vorgeführt haben.
Insgesamt ging das Fest von Freitags bis Sonntags , wobei der Samstag definitiv den Höhepunkt bildete.
Wir haben uns das Fest von unterschiedlichsten Standorten aus angeschaut und man glaubt es kaum.. wenngleich die meisten Leute bereits Tage zuvor teuere Plätze gekauft hatten, konnten wir fast immer ohne Platzreservierung von der ersten Reihe aus perfekt sehen.
Besonders toll war neben den beeindruckenden Tänzen, wobei hier tänzerisch eindeutig die Männer die herausragenderen Leistungen erbracht haben, da es bei den Frauen fast immer nur um ein wenig Hüftwackeln ging, die Kostüme !
Von Minikleidchen der Damen, die man nur schwer noch als Kleid bezeichnen kann , da man auch wenn sich die Frauen nicht bewegten bereits die Unterhose sehen konnte, bis hin zu schaurigen Kostümen von maskierten Männern, die besonders Jessi Angst eingejagt haben.




Jedenfalls waren die Kostüme alle mehr als farbenprächtig und man fragt sich wirklich wie hier dann wohl Karneval aussieht bzw. wie das dann noch zu steigern ist :D !
Jedenfalls hatten wir alle sehr viel Spaß und wurden auch teilweise mit in die Parade integriert , so wurde ich zum Beispiel mehrmals von Tänzern in die Parade hineingezogen und habe dann mitgetanzt !
Außerdem habe ich auch noch ein schönes Andenken ergattert, denn ein Tinku Tänzer hat mir einen Schal von seinem Kostüm geschenkt ( bei diesem Tanz trägt man immer Kostüme, wo man viele Schals um die Hüfte gebunden hat- könnt ihr dann sehen bei den Fotos zu meinem Tinku Kostüm, wo wir Freiwilligen der Isla in der Schule Tinku getanzt haben-aber dazu später mehr ! )
Also wir hatten sehr viel Spaß und besonders am Samstagabend, wo Magda , Jessi ich und Co. uns auf die Tribühnen geschmuggelt haben, war es echt sehr lustig, denn alle haben auf den Tribühnen lautstark gesungen und getanzt und es herrschte nahezu eine Atmosphäre wie im Fußballstadion.

Somit war das Fest ein krönender Abschluss für  unseren Aufenthalt in Sucre, der ja ansonsten eher bescheidenes Feedback erhält, da er besonders für unsere Mägen als auch unsere Geldbeutel negative Folgen gehabt hatte.







PRIMERA SEMANA EN LA ESCUELA

Sooo endlich konnten wir nun auch mal richtig in der Schule anfangen zu arbeiten (die zwei Tage in der wir nach unserer Ankunft aus Sucre in der Schule waren zähle ich mal nicht mit , da es da alles noch sehr improvisiert ablief und wir nicht viel Unterricht hatten ).
Also unsere erste Schulwoche fing natürlich direkt mit einem Fest an wofür Unterricht ausfiel.

Día del estudiante


Dieser Feiertag war eigentlich Samstag wurde dann aber Montags in der Schule nachgefeiert. Anlässlich dessen mussten alle Lehrer und sonstigen "Nichtmehrschüler"- also wir auch- etwas für die Schulkinder vorführen.

Wir hatten dazu schon sehr lange geplant Tinku zu tanzen , einen traditionellen bolivianischen Tanz. Dazu hätten wir im Grunde 3 Woche Zeit zum Üben gehabt, da uns dann aber unser ungeplant langer Sucreaufenthalt dazwischen kam, hatten wir letztendlich nur noch 3 TAGE Zeit um die Tanzschritte zu lernen und uns eine Choreografie auszudenken.
Das erwies sich natürlich als sehr chaotisch und unser aller Stimmung war auch nicht ganz so berauschend, vorallem da es immer mal wieder Diskussionen zwischen mir und der Herbergsmutter gab, die ausgerechnet die schwersten Schritte und einen mindestens 10 Minuten langen Tanz tanzen wollte. 
Aber nun ja wir haben uns dann aufgerafft zu üben und konnten uns letzendlich damit durchsetzen das Lied auf ca. 3 Minuten zu kürzen (bzw. die Lieder denn Jessi musste auch noch Lieder zusammenschneiden).
Nun ja Sonntags (also ein Tag vor dem Auftritt) sind wir dann auch noch schnell nach Copacabana rüber 

um uns noch Kostüme auszuleihen.
Die Kostüme waren eigentlich echt schön, na gut hier und dort waren sie sich sehr abgenutzt (besonders die Hüte hatten gelitten) aber wir waren alle einfach total froh, dass wir so kurzfristig noch etwas so Ansehnliches ergattern konnten.
So und dann haben wir den ganzen Sonntagabend noch geübt und alles fertig gestellt...
und dann war auch schon der große Tag gekommen.



Und wie sollte es anders sein es war wieder ein Chaos :D 
Zuerst wurde uns gesagt wir sollten alle um 7 : 30 bereits kostümiert unten sein , damit wir nochmal alles durchgehen können bevor wir zum Fest gehen.

Na ja jedenfalls nach tausend mal umziehen und ätzendem Gewarte waren wir dann schließlich irgendwann erst um 12 Uhr mit Kostümen beim Fest (denn der Beginn des Festes hatte sich sehr verzögert) und hatten leider schon einige Auftritte verpasst, die wir uns ansehen wollten.
Dann standen wir also dort und sollten nach 2 weiteren Auftritten endlich dran sein, bis wir dann doch sogar schon nach einem Auftritt direkt aufgerufen wurden, auf die Bühne gehetzt sind , das Lied zu früh abgespielt wurde und nochmal neu gestartet werden musste.
Aber na ja der Auftritt war dann doch noch sehr gelungen , denn obbwohl wir viel weniger Platz auf der Bühne hatten als beim Üben und Cielo dabei war , ging alles glatt !

Schließlich waren wir alle erleichtert und wieder gut gelaunt !
Aber dennoch hatte die Gastmutter Sol in einem Punkt recht, denn erst bei unserem Auftritt selbst ist uns aufgefallen, dass dieser im Vergleich zu den anderen doch ein wenig kurz war .. aber was solls wie sagt man so schön :









In der Kürze liegt die Würze !

Bailarinas de Tinku

Der ganz normale Schulalltag vorerst noch im Doppelpack 


MARTES:

So Dienstag ging es dann endlich mit dem normalen Schulalltag los und Jessi sind vorerst für diese erste Schulwoche noch jeden Tag gemeinsam zu den einzelnen Unterrichtsstunden gegangen.
Zunächst waren wir bei den ganz kleinen Kindern aus der Inicial. Die Kinder haben uns erst einmal total herzlich gegrüßt und umarmt (ach ja an unsere Namen konnten sie sich sogar auch noch teilweise erinnern!).
Dann sollten die Kinder so wie immer Übungen zum Schreibenlernen machen und Jessi und ich haben vom Lehrer der Inicial die "unglaublich" spannende Aufgabe bekommen in jedes einzelne Heft der Kinder 6 Seiten mit Zahlenaufgaben abzuschreiben.
Das war natürlich etwas langweilig und damit waren wir auch im Grunde die ganze Zeit lang beschäftigt und mussten das sogar am folgenden Tag noch fertigstellen.
Aber nun ja daraufhin hatten wir dann Englischunterricht mit der Sexto A ( die älteste Klasse der Grundschule) . Mit denen haben wir angefangen die Uhrzeiten auf Englisch einzuführen, was eigentlich wirklich gut geklappt hat.

MIERCOLES:

Am nächsten Tag hatten wir wieder die ersten Stunden bei den ganz kleinen Kindern und mussten ja wie bereits gesagt erst einmal diese eine Abschreibaufgabe fertig machen.
Aber zuvor haben wir mit den Kinder wie jedes Mal mit den Kleinen die Zähne geputz und das Gesicht gewaschen.
In der Pause haben wir mit den kleinen Kindern gespielt, deren Lieblingsspiel "Pato Pato" (übersetzt Ente ) ist :D das ist im Grunde genommen ähnlich wie Plumssack.
Danach hatten wir mit der Quinto mit denen wir die Früchte auf Englisch durchgenommen haben .. einige wussten sogar noch ein paar Obstnamen auf Englisch, da sie das schon mal mit der ehemaligen Freiwilligen gemacht haben.

JUEVES:

So am Donnerstag haben wir nur einen ganz kurzen Tag und sehr gute Kurse, die Segundo (2.) und Cuarto (4.). Dort haben wir mit den Kleineren die Zahlen auf Englisch gemacht , also das Schreiben derer geübt und mit den Größeren ein paar Sätze auf Englisch gelernt, wie man sich begrüßt und verabschiedet usw.

VIERNES:

Am letzten Tag der ersten Woche hatten wir dann die 1 A und 1 B .
Wenngleich beides erste Klassen sind muss man doch sehr unterschiedliche Sachen mit denen machen, denn die 1 A ist im Vergleich zu der anderen ersten Klasse sehr zurückgeblieben, denn während diese  noch nicht mal wirklich lesen oder schreiben auf Spanisch können, können die Schüler der anderen Klasse bereits Wörter auf Englisch schreibe und wissen schon einiges auf Englisch (Zahlen, Farben usw.).
Von daher haben wir dann auch mit der zweiten ersten Klasse ein Farbenmemory mit den Farben auf Englisch gespielt, was wirklich gut geklappt hat.
So und dann hatten  wir noch die dritte Klasse mit denen wir auch die Farben auf Englisch gemacht und am Ende Obstsalat gespielt haben !

So und so schnell war auch die erste Woche schon vorbei !
Und mein Fazit : mit der guten Unterrichtsvorbereitung (Jessi und ich hatten uns immer Spiele ausgedacht bzw. Sachen gebastelt und  alles schon vorher geplant ) ging die Woche doch recht schnell vorbei und es hat im Grunde Spaß gemacht, da die Kinder ebenfalls Spaß am Unterricht hatten !
Und das ist ja wohl die angenehmste Voraussetzung :)

Zwischen Schule , Müllprojekten und Festen

Sooo neues Update ! Also nach wie vor läuft hier alles soweit gut ! 
Nun erst mal zum Wetter :D hier wirds langsam wärmer. Das heißt : Während ihr euch es in Deutschland bald abfriert, bin ich hier am Strand und genieße  Sonne ! Von daher war ich auch inzwischen schon zwei Mal im Titicacasee schwimmen.
Das einzig Doofe : bald fängt hier die Regenzeit an! Das mit der Handwäsche kann dann also noch lustiger werden , denn dann wirds sicher schwierig seine Klamotten draußen trocknen zu lassen.
Aber so viel dazu !

Ihr fragt euch sicherlich, was ich hier alles Aufregendes zu tun habe .. und ja neben meiner Arbeit in der Schule habe ich noch andere spannende Projekte ;) 

Aber erst noch ein kleiner Bericht zur Arbeit in der Schule:

Schulalltag (Montags, Mittwochs und Donnerstags)




Also in der Schule siehts nach wie vor so aus, dass ich bei den ganz Kleinen (Inicial) dem Lehrer zum Einem beim Vorbereiten für irgendwelche Aufgaben helfe , sei es tonnenweise Pappe zerschneiden (wo einzelne Buchstaben drauf sind) oder aber auch Ausmalbilder ausmalen , die der Lehrer dann als Beispiel für die Kinder aufhängt.
Und natürlich abgesehen davon die Kinder davon abhalten sich zu streiten und ihnen bei allen Aufgaben helfen (einige Kinder brauchen nämlich sehr viel Hilfe und wissen beispielsweise nicht mal auf Aymara wie welche Farben heißen .. oder können die Zahlen noch nicht unterscheiden).
Ach ja ich habe letztens nur mit den Kindern etwas gemalt und der Lehrer hat meine Zeichnung (Obstschale mit Obst :D) dann direkt behalten und in der nächsten Stunde hatte er das Bild für alle Kinder zum Ausmalen kopiert mitgebracht. Das war wirklich süß!

Fazit : Also mir macht Basteln und Co. ja eh viel Spaß von daher kann ich mich da gut einbringen !

Ansonsten habe ich mit meinen anderen Klassen weiterhin alles von Uhrzeiten bis hin zu Obst und Gemüse auf Englisch gemacht und auch fleißig Plakate gebastelt.
Also noch macht es mir viel Spaß mit den Kindern, auch wenn es manchmal schwierig ist angemessene Aufgaben zu finden, da der Unterschied vom Können zwischen den Schülern einer Klasse teilweise so riesig ist, dass manche eine Aufgabe in 10 Minuten bewältigen wofür andere mehr als 2 Unterrichtsstunden brauchen .

Nun also zu den anderen Projekten :

Mülleimer, Plastiktüten und Co.

Ansonsten haben wir vier Freiwilligen nun endlich die Mülleimer ,die unsere Vorgänger angefangen haben, fertig gemalt und auch bereits zwei davon oben an der Mautstelle installiert (aber seht sie euch einfach selbst an .. sind sie nicht toll?)
Nun dürfen wir also auch immer den Müll leeren und so bin ich letzten Freitag also hoch zur Boleteria (Mautstelle) und hab den ganzen Müll eingesammelt  (einen riiiiesigen Jutesack nur voll Plastikflaschen und einen Weiteren mit anderem Müll).
Nelson bei der Müllverbrennung
Mit einem Sack auf den Rücken geschürt, wie die Leute von der Insel hier alles transportieren, also in Tüchern auf ihrem Rücken - was wirklich ausgesprochen praktisch ist- (ich denke ich werde mir so ein Tuch -genannt ahuayo- auch beim nächsten Einkaufen in La Paz zu legen) , und einem Sack in der Hand dann also ab auf die andere Seite zur nächsten Mautstelle und dann alles hinuntergetragen :D
Wie ihr seht haben wir also schon einen Erfolg aufzuweisen in Richtung Müllprojekt mit den aufgestellten Mülleimern ;)


Apropos Müll...
Wir haben auch endlich angefangen mit dem Plastiktütenprojekt!  
Eine Freundin von Sol hat uns nun gezeigt wie wir alte Plastiktüten verwerten können, indem wir sie auf eine bestimmte Art und Weise zerschneiden, sodass sich eine Art Knoll bildet, das man dann wie Wolle zum Stricken oder Häkeln von allerlei Sachen benutzen kann. (Für alle die es interessiert erkläre ich weiter unten demnächst nochmal Schritt für Schritt wies geht !!) 
Ach ja hier ist auch schon mein erstes aus fast 3 Plastiktüten recyceltes Stück ...
Ein Miniportemonnaie ( sogar gehäkelt... denn das hab ich jetzt auch wieder gelernt- hat mir Nelsons Cousine gezeigt).


Fazit : Es ist simpler als gedacht und man kann echt leicht coole Sachen aus den Plastiktüten machen.Von daher denke ich, dass das Projekt wirklich Perspektive hat, da man hier wie ja schon mal erzählt einfach wirklich ein Überfluss an Plastiktüten hat ! 
Ich hoffe also wir können bald mit anderen Inselbewohnerinnen damit starten und die Leute hier dafür begeistern ;) 
Einige Lehrer haben übrigens schon gesagt , dass sie es toll fänden, wenn wir das den Kindern beibringen !

Was gibts noch Neues?

Inicio de la siembra

Am Donnerstag wurde hier mal wieder ein Fest gefeiert, wo Pachamama ( die heilige Erde ) geehrt und auf die bevorstehende Zeit der Feldarbeit vorbereitet wurde.
Dazu sind wir gegen Vormittag mit der Lancha (Boot) auf die andere Seite der Insel gefahren, wo alle Autoridades der Insel mit pinken Kostümen getanzt haben bzw. besser gesagt tanzend über die Felder gerannt sind!
Danach gabs gaaaanz viel Essen (und für mich von allem noch größere


Portionen, da ich ja kein Fleisch bekommen hab) ! 
Wir saßen also alle zusammen auf dem Boden und haben das Essen meist mit den Händen genossen ( ja wir Freiwilligen haben zumindest für die Suppe einen Löffel benutzt).
Ach ja dann gibts noch eine Tradition , dass den Autoritäten (zu denen auch Nelsons Papa , Jorge, dieses Jahr gehört) von allen Leuten ganz viele Gaben bekommen, in Form von Essen, worunter vor allem viel Brot und Obst fällt (aber auch hier und dort Süßigkeiten oder Getränke ). 
Und das Prozedere lief dann so ab, dass nach und nach die Leute mit den Gaben zu den Autoritäten gegangen sind und ihnen das Essen überreicht haben... und es höööööörte einfach nicht auf :D!
 Es ist wirklich unvorstellbar wie viel die Autoridades geschenkt bekommen haben (seht es euch einfach selbst an : Jorge mit seinem Tuch voller Essen und das war noch ziemlich zu Anfang nachher kam noch mehr dazu ).




Also das wars vorerst mal wieder von der wuuuunderschönen Isla !
Und das nächste Fest steht uns bereits bevor ... nächsten Samstag : Todos los santos !


auch wir waren fleißig beim Sääen


Todos Santos

Also am 2. November wurde hier, da Bolivien auch ein sehr christlich geprägtes Land ist, Todos Santos (Allerheiligen) gefeiert; wo die Verstorbenen geehrt und gefeiert wurden.
Dazu haben wir ein Tag zu vor wie üblich einen riesigen Haufen an Brot gebacken und zwar nicht nur normales Brot sondern auch Brot in Form von Menschen (das die Verstorbenen repräsentieren soll, in dem Fall waren es die Großeltern von Nelson und Sol) sowie Vögel als Zeichen des Friedens und Leitern die den Verstorbenen symbolisch den Aufstieg in den Himmel erleichtern sollen.

  














So am Samstag sind wir dann nach Challapampa gelaufen (leider ging es mir nicht so gut von daher bin ich nur so mit Mühe hoch gelaufen wie eine alte Oma) wo Nelsons Mutter wohnt.
Dort wurde dann auf dem Friedhof das Fest gefeiert, was weniger aufregend als gedacht ablief.
Wie immer gab es ein riesiges Mahl (wovon ich die Hälfte in einer Plastiktüte mitgenommen hab) und danach wurde dann gebetet.


In diesem Fall wurde aber zuerst den Bestattern ganz viel Essen gegeben und so haben manche der Bestatter zum Beispiel allein 10 Teller Suppe (natürlich wie immer mit Kartoffeln und Fleisch drin) gegessen und das war nur der erste Gang.
Danach haben alle Leute Teller mit Obst, Popcorn und Ähnlichem bekommen und sollten dann für die Toten beten. So haben auch wir Freiwilligen von Nelsons Mutter immer Teller mit Essen bekommen und dann von Nelson einen Namen eines Verstorbenen gesagt bekommen dem zu Ehren wir das Essen bekommen und beten sollen.
So ging es dann die ganze Zeit lang und ich glaube wir Freiwilligen haben alle noch nie so viel in unserem Leben gebetet wie an diesem Tag :D

 

Bolivianisches Essen, Chaos in La Paz und Klausurenstress in der Schule

 

So leider konnte ich im letzten Monat meine Zeit hier nicht ganz so doll genießen, da mir das Essen schwer auf den Magen geschlagen hat und ich dann immer mal wieder einen ganzen Tag flach lag bis ich dann mal auf nach La Paz zum Arzt gefahren bin, wo dann das Chaos groß war, von teuren Arztrechnungen bis hin zu Antibiotika, das bei mir einen allergischen Schock ausgelöst hat.
Also alles nicht ganz so toll, aber uh ich habe zumindest mal ein bolivianisches Krankenhaus besucht.
Wie auch immer ich war doch wirklich froh als ich dann von Felix Tante aufgenommen und umsorgt wurde.
So bin ich dann nach fast zwei Wochen auskurieren endlich zurück auf die Insel gefahren, wo ich auch wirklich herzlich von all meinen Schülern aufgenommen wurde, die mich schon vermisst hatten.
Das war unglaublich süß !

So und seither geht es mir zwar besser, aber auch nach Nelsons mir streng verordneten Diät Woche, wo ich jeden Tag nur Reis und Kartoffeln ohne alles gegessen habe, ärgert mich mein Magen nach wie vor ein wenig.
Aber nun gut ich hoffe er gewöhnt sich bald mal endlich richtig an bolivianisches Essen.

So ansonsten hatten wir Freiwilligen ein wenig Stress in der Schule, da wir letzten Freitag Bescheid bekommen hatten, dass wir diese Woche mit all unseren Kursen Englischarbeiten schreiben müssen und dann bis Freitag für alle die Noten bereit haben sollen.
Also waren wir die ganze Woche mit den Klausuren und den Bewertungen (was ziemlich schwierig war - da wir die Schüler ja im Grunde genommen nur 9 Wochen im Unterricht hatten und davon ja auch noch einige Tage ausfielen) beschäftigt.
Aber nun gut jetzt haben wir das endlich hinter uns und nächste Woche ist scheinbar keine Schule sondern nur Eltern- Lehrer Versammlung am Montag und am Dienstag fahren die Lehrer schon wieder weg von der Insel.
Am 9.12. ist dann der offiziell letzte Schultag, wo eine Ausstellung stattfindet, wo alle Schulklassen verschiedene im Unterricht erarbeitete Dinge präsentieren.


SO und dann haben wir FERIEN und ich werde erst mal am 11.12. nach La Paz fahren um gemeinsam mit Felix Tante auf einem Markt für Handarbeiten (der vom 13.12. bis zum 15.12. geht) Sachen, die wir hier aus Plastiktüten gemacht haben (ich habe euch ja schon von dem Projekt erzählt und war seither sehr fleißig :D ) zu verkaufen und von dem Geld Material für das Projekt zu kaufen, wie zum Beispiel Häkelnadeln für die Frauen hier.

ich bei der Feria mit selbst gehäkelter Tasche aus alten Milchtüten

Darauf freue ich mich schon sehr!

Und dann müssen wir Freiwilligen mal Weihnachtseinkäufe machen, denn das steht ja nun auch schon vor der Tür und danach geht’s dann für uns alle in den Urlaub.
Für mich voraussichtlich nach dem Zwischenseminar dann ab zu Bibu nach Buenos Aires ! JUHU !

Regenfest und die letzten Schultage


UMA, UMA , UMA


Uma heißt eigentlich Wasser auf Aymara wird aber auch für das Wort Regen verwendet.
Und dieses Wort war das Hauptwort des Festes von dem ich nun erzähle.
Da nun hier ja die Zeit des Ackerbaus angefangen hat, sind die Inselbewohner um ihre Ernte besorgt und natürlich darauf angewiesen, dass es viel regnet.
Anlässlich dessen wurde als mal wieder ein Fest veranstaltet oben auf dem Berg, wo einige Priester anwesend waren.
Dann wurden also mehrere Rituale abgehalten, die alle mit sehr viel beten verbunden waren.
Dabei durften wir Freiwilligen auch bei allen dieser mitmachen und mussten uns dann einmal hinknien und eine Steinschale worin etwas angezündet wurde und eine Art Weihrauch herauskam hochhalten und währenddessen für Regen beten. Mit diesem Ritual fing das Fest an und danach folgte eine Reihe von Bitten um Vergebung, so mussten alle Leute bei jedem der anwesenden Menschen um Verzeihung bitten für all die schlechten Taten, die sie jemals gemacht haben und dabei jedem Einzelnen die Hand geben.
Daraufhin gingen dann alle Leute gemeinsam einen Weg entlang, den der Priester vorgab und wir mussten dann jede fünf Minuten uns hinknien und wieder beten.
Dies war wirklich eindrucksvoll und ging einem sehr unter die Haut, da vor allem die Inselfrauen bitterlich geweint haben beim beten. Da wurde einem erst noch einmal wirklich bewusst , wie wichtig der Regen für die Inselbewohner doch ist, da sie ohne diesen keine gute Ernte und somit nicht genügend Essen haben.

Die letzten Schultage


Die letzten Schultage liefen natürlich besonders chaotisch ab , wenn denn auch überhaupt noch Unterricht stattfand, was selten der Fall war :D Aber immerhin konnte ich mich an einem der Tage vollkommen entfalten und habe mit den Kinder aus Incial und auch aus anderen Klassen, die sich nachher angeschlossen haben gebastelt. Wir haben aus alten Klopapierrollen Blumen gebastelt :)

Außerdem gab es einige Musik - und Sportprüfungen, die wir uns angeguckt haben, wo die Kinder Tänze aufgeführt haben und Ähnliches.
Am letzten Tag fand dann ja nochmal eine Exposition statt, wo nochmal im Unterricht erarbeitete Dinge ausgestellt wurden und vor allem bei der Secundaria wirklich beeindruckende Kunstwerke dabei waren, sodass wir Freiwilligen alle nach der Exposition schließlich den Schülern auch einige dieser Kunstwerke abgekauft haben, um sie als Erinnerungsstück mit nach Deutschland zu nehmen.
So ansonsten gabs vor allem am letzten Schultag auch noch unendlich viel Essen, da in jedem Ausstellungsraum Essen bereitstand und wir dann auch noch im Anschluss zum Essen mit den ganzen anderen Lehrern eingeladen wurden.

4-Montasfazit


So ihr Lieben ! Ich kann es kaum fassen wie schnell die Zeit hier verfliegt.
Ich bin jetzt schon mehr als 4 Monate hier und habe sogar bereits schon mein Rückflugdatum erhalten, den 20.7.2014... das heißt mir bleiben nur noch sieben Monate.
Von daher hier mal ein paar Fazite über mich und meinen Alltag hier !

  • Es ist nach wie vor nervig wie oft hier bei und auf der Insel Wasser oder Strom ausfällt (ja dafür ist man doch viel zu sehr verwöhnt den Wasserhahn aufzudrehen und direkt Wasser- natürlich sowohl kalt als auch warm – zu erhalten :D)
  • Ich habe mich doch tatsächlich in den vier Monaten an den Geschmack von Cola gewöhnt (aber an den von Bier immer noch nicht – was für die Inselbewohner nach wie vor unverständlich bleibt, da das neben Cola ihr nächstes Lieblingsgetränk ist! )
  • Ich werde von Tag zu Tag stärker, was sowohl vom Steine schleppen als auch vom Baumstämmetragen kommt
  • Mein Ordnungswahn wird etwas gesenkt, sodass ich jetzt, wo ich weiß wie anstrengend und nervig Handwäsche ist, auch gerne mal meine Wäsche zu einem riesigen Haufen ansammeln lasse (wie gut, dass ich so viel Kleidung mitgenommen habe, dass ich mir das auch leisten kann :D)
  • In vier Monaten habe ich an hier auf der Insel an so vielen Festen teilgenommen wie in den letzten Jahren vllt zusammen
  • Trotz des sonnigen Wetters auf der „Sonneninsel“ bin ich meiner Blässe treu geblieben und habe bisher nur einige lustige Sonnenbrände (u.A. in Form von Rechtecken :D ) hinter mir
  • Ich habe jetzt hier schon mehr gestrickt und gehäkelt als in den letzten drei Jahren in Deutschland
  • UND JA !! : ich bin nach wie vor VEGANERIN ! Trotz aller Bedenken anderer kann ich sagen, dass dies zwar vor allem beim Auswärtsessen auf viel Unverständnis und Diskussionen trifft, ABER auch hier in Bolivien machbar ist ;)

Weihnachten auf der Isla 

Ihr Lieben ! Es ist eine Ewigkeit her, dass ich was von mir hören lassen habe.. und unglaublich viel ist in der Zwischenzeit passiert.. selbst die Schule hat schon wieder seit knapp 3 Wochen angefangen ! Und das mag wohl was heißen...

Also ich weiß gar nicht recht wo ich anfangen soll...
Kommen wir mal zu den Feiertagen, die ich dieses Jahr wirklich mal ganz anders verbracht habe.
Während wir sonst an Heiligabend immer mit der ganzen italienischen Familie zusammen sind und ein großes Fest gefeiert wird, war für mich dieses Jahr das einzig Normale, dass es erst um 24 Uhr Bescherung gab.
Abgesehen davon war alles recht überschaulich. Wir vier Freiwilligen haben gemeinsam mit unseren Gasteltern, ihrer Tochter , sowie dem Gastopa in dem kühlen Esszimmer gegessen , das trotz Plastikweihnachtsbaum schließlich dank all unser Eltern, die uns so unglaublich viel Weihnachtsdeko geschickt haben, recht gemütlich und weihnachtlich wirkte.
Unser Plastikweihnachtsbaum
Ich mit dem Weihnachtsengel- Cielito
Am zweiten Weihnachtstag haben wir dann den Sommer hier genossen und lagen den gesamten Tag in der Sonne am Strand mit Tee und Buch.
erster Weihnachtstag am Strand
Bald danach sind wir dann auch wieder nach La Paz gereist , wo wir auch Silvester gefeiert haben.

Reisezeit 

Rurrenabaque
Und nach den Feiertagen bin ich Anfang Januar zum Reisen aufgebrochen. Also habe ich mich zuerst daran gemacht nach Rurrenabaque (einem Tropengebiet) zu reisen und dort eine Pampas Tour zu machen für ein paar Tage.
Viele andere Freiwillige haben das ebenfalls in Gruppen gemacht, aber ich wollte lieber alleine losziehen und habe dort auch wirklich nette Leute kennengelernt. Außerdem kann man die Eindrücke so auch besser für sich selbst genießen. Und es war einfach traumhaft schön, noch nie war ich zuvor Krokodilen, Äffchen, rosa Delfinen und vielen freilebenden Tieren mehr so nah gewesen.
Man kann es eigentlich auch kaum in Worte fassen und wenngleich ich sicherlich noch ein paar schöne Fotos für Euch hier hin machen werde, gehört das einfach zu Erlebnissen, die ich nicht annähernd so beschreiben könnte , wie sie für mich gewesen sind.
Rurrenabaque- Tucan füttern

Rurrenabaque- Äffchen



















Death Road- einmal mit dem Mountainbike die gefährlichste Straße der Welt hinunter
Danach habe ich in La Paz zwei andere Freiwillige getroffen mit denen ich dann ganz spontan die DEATH ROAD Tour gemacht habe, wo man mit dem Mountainbike in fast 4 Stunden die gefährliichste Straße der Welt, die von 4070 m Höhe, wo es richtig kalt ist , auf knappe 1200 m Höhe und tropischem Klima hinunter fährt.


Das war ein unglaubliches Gefühl ! Zunächst hatte ich noch sehr viel Angst beim ersten Teil und bin hinter her getukkert. Als ich dann an einer sehr holprigen Stelle auch noch hingefallen bin war ich erst ein wenig entmutigt und dachte ich würde den Rest der Strecke nicht mehr schaffen. Allerdings hat sich dann der Rest als weniger schlimm ereignet und ich wurde etwas mutiger beim Fahren, was auch wirklich bei der nicht asphaltierten Strecke besser war, da man durch zu vieles Abbremsen noch eher ins schleudern gerät. 
Jedenfalls dann durch Wasserfälle und mit atemberaubende Ausblicken habe ich die Fahrt dann doch richtig genossen und die Zeit verging wie im Flug , es fühlte sich nur an als wären wir vielleicht eine Stunde unterwegs gewesen. Letztendlich am Ziel angekommen mit dem stolzen Gefühl diese krasse Strecke, als absolute Nicht-Mountainbikefahrerin bewältigt zu haben gab es dann noch ein leckeres Esssen und eine Runde Erfrischung im Pool, sowie ne kalte Dusche.

Death Road
Abkühlung nach der Death Road


















Cochabamba
Da ich mich nun schon den beiden anderen Freiwilligen angeschlossen hatte, habe ich mich auch spontan dazu entschieden gehabt sie auf ihren Kurztrip nach Cochabamba zu begleiten.
Dort haben wir dann die größte Jesusstatue der Welt (und ja die ist trotz des Irrglaubens größer als die in Rio) besichtigt und waren noch in einem sehr schönen Schloss von einem bekannten Zinn und Zinkbesitzer Boliviens. Außerdem haben wir sehr lecker gegessen und ich habe den aller
Cochabamba


Cochabamba
ersten leckeren Espresso in Bolivien getrunken, sogar so wie es sich gehört mit Wasser serviert.
Dann gings zum Zwischenseminar nach Sucre , wo wir ein paar Tage lang über die Geschichte, Politik usw Boliviens aufgeklärt wurden. Außerdem haben wir noch an einem Selbstverteidigungskurs teilnehmen können, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.






Buenos Aires & Iguazu
Ein ebenso aufregendes Gefühl wie bei den vorherigen Kurztrips hatte ich dann als es nach dem Zwischenseminar auf nach Argentinien ging, wo ich unsere ehemalige Austauschschülerin Bibu (die vor 7 Jahren bei uns zuhause eine Zeitlang gelebt hat) besucht habe.
Bibu und ich

Nach langer Reise in Buenos Aires angekommen, habe ich erst mal einen halben Hitzeschlag bekommen (mit langer Hose und Stiefeln bekleidet) und wurde von Bibu herzlich ausgelacht.
Es war für mich vor allem sehr seltsam Bibu Spanisch reden zu hören, da ich als sie bei uns in Deutschland gewesen war noch kein Spanisch konnte und wir so immer Deutsch oder Englisch gesprochen haben.
Außerdem fiel mir natürlich jetzt, wo ich schon so lange Zeit in Bolivien bin (und halleluja ich bin ja so froh nicht in einem anderen Teil Südamerikas zu sein, da die Leute hier wirklich sehr angenehm deutlich und ruhig reden) was für einen starken Akzent Bibu beim Sprechen hat.

Das empfand ich auch während meines ganzen Aufenthalts in Argentinien als sehr lästig immer diese „ sch- Laute“ und die vielen Schimpfwörter. Also das ist dann wohl doch kein Vorurteil, denn die Argentinier sind wirklich mehr als temperamentvoll. In den ersten Tagen bei Bibu zuhause kam ich mir auch sogar etwas seltsam vor, weil alle so viel herumgeschrien haben, aber das schien einfach die normale Kommunikation untereinander zu sein.
Nun gut abgesehen von der Sprache, hat mich allerdings Buenos Aires sehr an Europa erinnert.
Man nehme nur mal die öffentlichen Verkehrsmittel. Während ich mittlerweile aus Bolivien Minibusse (die einem Transporter ähneln) gewohnt bin, gibt es in Buenos Aires riesige U-Bahnen und große Busse, die denen in Deutschland ähneln.
Außerdem fällt man auch in Buenos Aires nicht so stark auf, da auch die Leute viel europäischer aussehen.


Ich habe mich also auch ein bisschen auf Stadterkundung gemacht und zum ersten Mal in meinem Leben an einer Touristadtrundfahrt in einem riesigen Doppeldeckerbus, die ich zuvor immer nur mit Abscheu betrachtet habe, teilgenommen.


wunderschöner Rosenpark in Buenos Aires
ich im Touribus

Und ich muss sagen, auch wenn es schon ein richtig seltsames Gefühl war dort oben mit Kopfhörern im Ohr und Kamera in der Hand zu sitzen, hat es mir wirklich Spaß gemacht
Denn anders als erwartet, dass man alles nur kurz abklappert und ein Foto von jeder Sehenswürdigkeit macht, konnte man an verschiedenen Haltestellen aussteigen und in Ruhe die Gegend erkunden und dann irgendwann mit dem nächsten Bus weiterfahren.
Das war schon wirklich toll, denn so konnte man sich das genauer ansehen, was einen auch wirklich
interessierte.
Außerdem hatte ich auch Glück mit dem Wetter, denn die Sonne schien.
Denn leider waren auch einige Regentage dabei während meines Aufenthalts, wo ich dann auch wenig Motivation hatte herumzutrotten und mich einfach nur in dem Luxushaus von Bibu (wo auch gerade als ich dort war, der neue Pool fertig wurde) entspannt habe.

Für ein paar Tage bin ich dann auch noch zu den Iguazu Wasserfällen gereist an der Grenze zu Brasilien.
Um Geld zu sparen, was in Argentinien auch wirklich nötig ist, bin ich mit dem Bus gefahren. Was leider entgegen meiner Vermutungen, dass es ja sicherlich angenehmer wird als Busreisen in Bolivien, sich als sehr langwierig und vor allem eiskalt (aber aufgrund der zu starken Klimaanlage) herausgestellt hat.
So bin ich also dann statt vormittags irgendwann nachmittags in Iguazu angekommen und habe den Tag nicht mehr viel gemacht.
Am darauf folgenden Tag allerdings bin ich dann gemeinsam mit den netten Finnen und dem Deutschen , die im selben Bus wie ich gewesen waren, auf zur argentinischen Seite der Wasserfälle.
nur ein paar Zentimeter vonden Wasserfällen entfernt
Dort war es so unglaublich heiß ! Dagegen ist Sizilien im Hochsommer quasi nichts.
Doch ich habe es genossen, da ich ja zum einen eh eher eine Frostbeule bin und gut mit Hitze klar komme und zum anderen auch nach dem Klima in Bolivien (wo es ja nicht ganz so warm wird an meinem Einsatzort) auch mal wieder Lust auf richtige Hitze hatte...
Außerdem wurden wir bei der Besichtigung der Wasserfälle öfter mal auch angenehm nass.
Es war einfach unbeschreiblich !!! Wie beruhigend und stark die Wasserfälle zugleich erschienen. Man hatte quasi Lust sich inmitten der Wasserfälle zu schmeißen, wenngleich die Wucht einen natürlich mitgerissen hätte.
Neben Fotos machen und einfach nur wortlos, erstaunt dazustehen, habe ich den ganzen Tag dort verbracht und konnte mich einfach nicht satt sehen!


Jeder Wasserfall, jede Perspektive war eine neue Erfahrung für sich und jedes Mal so anders, obwohl es alles quasi auch das gleiche war.
Abgesehen von diesen Eindrücken, haben wir uns dann noch ein weiteres einmaliges Erlebnis gegönnt und einen (wenn auch nur kurzen) Bootstrip durch die Wasserfälle hindurch gemacht!
kletsch nass und einfach nur glücklich ging es dann wieder zurück ins Hostel, wo ich dann mit den netten Finnen lecker gekocht habe.

Am nächsten und auch schon letzten Tag in Iguazu, habe ich dann noch die brasilianische Seite der Wasserfälle besichtigt. Und auch wenn man ja meinen mag, man hätte quasi schon genug gesehen auf der anderen Seite, so ist es wieder ein neues Erlebnis für sich gewesen. Denn während man bei der argentinischen Seite oft nur wenige Zentimeter neben den Wasserfällen steht, so ist man zwar auf der brasilianischen Seite weit davon entfernt, hat aber unglaublich beeindruckende Panoramaaussichten über das gesamte Spektakel.
brasilianische Seite

Von daher ich kann nicht genug schwärmen, es war ein absolutes Highlight und da habe ich dann die schrecklichen und statt regulären 17 ,23 stündigen Busfahrten gerne auf mich genommen.
Zurück in Buenos Aires hatte ich dann eigentlich nur noch einen Tag vor Abflug, wo trotz angekündigten Sauwetter, das Glück auf meiner Seite lag und die Sonne schien und es wie immer sehr warm war.
Dort bin ich dann nochmal ein wenig alleine durch die Stadt gegangen und habe schließlich mit Bibu ein leckeres Abschiedsessen gekocht.

Am nächsten Morgen ging alles dann ganz schnell. Schon um 5:30 Uhr , ich war nicht mal richtig angezogen, klingelte mein Taxi, Bibu drückte mir schnell noch ein kleines Lunchpaket in die Hand, es regnete in Strömen und so schnell war mein Aufenthalt in Buenos Aires auch schon wieder vorbei gewesen.

Mittags kam ich dann wieder in der anderen mir so bekannten Welt, in Bolivien, an.
In Santa Cruz gelandet hatte ich allerdings meine Reise ja noch lange nicht beendet und musste dann noch die lange Strecke, wieder einmal 18 Stunden Busfahrt, auf mich nehmen.

Schließlich dann in la Paz angekommen, erschien mir endgültig alles wieder sehr vertraut und ich hatte bereits schon einige Kleinigkeiten vermisst, auch wenn ich erst ein mal nach dem Aufenthalt im so warmen Buenos Aires fast halb erfroren bin und mich wieder in zwei dicke Bettdecken gemummelt habe.

Zurück zu Hause - zurück zur Arbeit


Am Sonntag morgen ging es dann auch schon ein wenig aufgeregt, aber mit großer Freude, wieder zurück auf die Insel.
Dort angekommen, habe ich mich erst ein mal wieder neu eingerichtet, da wir in der Reisezeit unser Zimmer komplett leer geräumt haben, um es für Touristen zur Verfügung zu stellen.
Fertig eingerichtet, alle Fotos wieder aufgehangen, habe ich mich gleich wieder wohler gefühlt.
Auch war es ganz angenehm zu wissen, dass auch wenn die anderen Freiwilligen mir zuvor erst einen Schock eingejagt hatten , dass die Schule schon angefangen hätte und nun einer von ihnen die Vorschulkinder übernehme, die Schule natürlich noch nicht angefangen hatte und es bei der Arbeitsaufteilung nach wie vor bei dem alten bliebe.

So kam es dann das pünktlich zu meiner Ankunft am nächsten Tag, der erste Schultag war und auch wenn die Schule anfangs noch ausgestorben gewirkt hatte, nach und nach mehr Schüler kamen.

Als ich dann die kleinen niedlichen Kinder gesehen habe, die nun in die Vorschule kommen, war ich schon total entzückt und hatte gleich eine Riiiesenlust anzufangen.
Da am ersten Tag natürlich noch nicht alle Kinder erschienen sind und wir also nur eine sehr begrenzte Anzahl an Schülern da gewesen ist, haben wir mit den Kleinen nur gemalt und mit Luftballons gespielt.
Es war schön wieder zurück in der Schule zu sein und in die Kinder musste man sich einfach sofort verlieben, auch Jessi, der es manchmal ein wenig zu viel ist mit den ganzen kleinen Kindern, war direkt ergriffen.

Am nächsten Tag haben wir dann denn Kleinen ihre Zahnbürsten, - becher usw. ausgeteilt und ich habe mit ihnen das erste Mal Zähne geputzt. Während ich mich vor die Kinder gehockt habe und mich dabei zum Affen gemacht habe ihnen zu zeigen wie man Zähne putzt, haben die meisten Kinder mich ausgelacht und mir nachgemacht, wobei einige auch noch an ihren Eltern festhingen und sich noch nicht getraut haben zu lösen. (Das hat mich sehr an meine Kindheit erinnert, wie Mama mir ja auch heute noch erzählt, dass ich jeden Morgen, als sie mich in den Kindergarten gebracht hat geweint habe und nicht hinein gehen wollte :D).
Die Kleinen beim Zähneputzen
Beim Malen mit den neuen Vorschulkindern
Danach haben wir dann noch Hände ausgemalt und Fotos von den Kindern gemacht, für den Geburtstagskalender, den wir noch basteln wollen.
In meiner restlichen ersten Schulwoche habe ich eigentlich vor allem Eines mit den Kindern gemacht : GESPIELT! Sei es Hängemännchen, Memory oder einfach nur draußen mit Luftballons herumgetobt.


Mir meiner 6. beim Spielen

Denn so konnte man spielerisch bei den höheren Kursen ein wenig Englisch wiederholen, da natürlich sowieso viel in Vergessenheit geraten ist, während der Ferien.

Von daher war es doch ein guter Start in die erste Schulwoche nach den Ferien und ich bin nach wie vor sehr motiviert, ich glaube sogar ein wenig mehr als vor den Ferien ! ;)

Jetzt sind wir schon in der dritten Schulwoche und nach dem Chaos, dass es in der Schule gab, wurden letztendlich beide Direktoren (sowohl von der Grund- als auch der weiterführenden Schule) kurzer Hand auf Drängen der Eltern gefeuert und mussten noch am selben Tag die Insel verlassen.
Nun haben Jessi und ich zwar weiterhin den selben Stundenplan, da ein Lehrer nun zum Übergangsdirektor ernannt wurde und leider immer noch kein neuer Stundenplan erstellt wurde, der geht allerdings nach Klassenräumen, sodass wir nicht mit den selben Kursen die gleichen Unterrichtsstunden haben.
Das ist alles ein wenig kompliziert zu erklären hat jedenfalls den Effekt , dass vor allem Jessi viele Tage hintereinander frei hat.
        
Aber nun gut … wir hoffen (und oh ja hoffen ist da das richtige Wort, denn erwarten können wir es wohl nicht), dass es dann endlich nach Karneval einen neuen Stundenplan geben wird und vielleicht ja sogar einen neuen Direktor (wobei wir dies eigentlich als sehr unrealistisch ansehen, da hier einfach alles länger dauert und es uns nicht wundern würde, wenn in unserem halben Jahr, dass wir fast noch hier sind, kein neuer Direktor kommen wird).


Aber nun gut ! Wie gesagt, es fängt alles wieder an , wenn auch sehr langsam und wir haben auch noch sehr viele Projekte (und es werden immer mehr! - weshalb ich hoffe, dass wir zumindest Einige noch fertig bekommen, in der Zeit in der wir hier sind).

Also für mich verfliegt die Zeit im Moment und im kommenden Monat, wird’s auch wieder viel spannendes geben, durch die Karnevalstage, die hier sehr groß gefeiert werden sollen.
Ich bin gespannt und voller Vorfreude und werde natürlich dann wieder berichten !



Ich - die Gringo-Cholita

6:15 Uhr : Obwohl ich keine Schule habe, muss ich früh raus um das Boot nach Copacabana zu bekommen (wo ich diverse Materialien für unsere Projekte, die uns aus La Paz per Bus geschickt wurden, abholen muss). Bei meinem Glück fährt das Boot allerdings erst um 8 Uhr statt um reguläre 7 Uhr ab.
Im Boot selbst werde ich dann wieder herzlich angelächelt, weil ich stricke.
Als wir schließlich gegen 10 Uhr endlich in Copacabana ankommen, gehe ich also mit meinem Ahuayo ( das sind die traditionellen Tücher in denen  hier die Frauen von Babys bis Einkäufen alles tragen) auf dem Rücken los.. da ernte ich natürlich wieder Blicke :D entweder einfach belustigt oder auch voller Freude darüber, dass eine weiße Nicht-Cholita wie ich ein Ahuayo trägt.
Jedenfalls falle ich auf, aber den meisten Leuten gefällts!
Ich gehe also los als mich plötzlich eine der Frauen, die mit mir auf dem selben Boot gewesen war, auf Aymara anspricht und mit Händen und Füßen versucht mit mir zu kommunizieren, bis ich schließlich verstehe, dass sie mich fragt, was ich auf dem Boot gestrickt habe.
Ich antworte also einen Babypulli (für meine Cousine Soraya die endlich schwanger ist :D) und sie lächelt.
Dann läuft sie ein STück weit mit mir und fragt mich Einiges, leider meist auf Aymara, ich versuche konzentriert mit den Bröckeln Aymara, die ich kann, Etwas zu verstehen.
Mit gebröckeltem Spanisch fragt sie mich schließlich wie alt ich sei und als ich 20 antworte, sagt sie nur "wawa". Das Wort hat uns Nelson vor ein Paar Tagen beigebracht, es heißt "Baby".
Ich muss lachen und sie auch. Dann sagt sie sie sei bereits 67 Jahre alt. Das kann ich kaum fassen, sie sieht so jung aus, dass ich sie auf Mitte 40 geschätzt hätte.
Daraufhin scherzt die nette Frau mit ein Paar Passanten auf Aymara ich sei ihre Tochter :D das habe ich noch so gerade verstanden und muss erneut lachen.
Danach will sie noch wissen, wo ich eigentlich herkomme und als ich Deutschland sage, fragt sie nur mit dem Finger in zwei Richtungen zeigend in welche der Richtungen dies sei.
Ich glaube sie hat beim besten Willen nicht die leiseste Ahnung, dass es quasi am anderen Ende der Welt liegt :D

Ach ja das war schon eine lustige Erfahrung, ich sollte mein Ahuayo wohl öfter tragen, da sind die Leute dann alle total freundlich und offen, weil man etwas gemeinsam hat .

Hallo ihr Lieben!

Jetzt ist schon wieder einige Zeit vergangen , ohne dass ich euch berichtet habe..
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll , aber ich denke eines der größeren zurückliegenden Ereignisse war Karneval.

Ein nasses Karneval


Anfangs hatten Jessi , Lovis und ich überlegt über die Karnevalstage nach Oruro zu fahren..
allerdings hatten wir dann doch keine Lust auf den Stress, denn als wir über das Karnevalswochenende in La Paz angekommen waren, war bereits dort schon die Hölle los..
Im Nachhinein war dies auch eine wirklich gute Entscheidung, denn leider gab es ja dieses Jahr in Oruro, was nach Rio , einer der Karnevalshochburgen der Welt ist, einen schrecklichen Unfall, wo eine Brücke eingestürzt und viele Tänzer verletzt wurden oder gar starben.
Leon war mit einigen anderen Freiwilligen dort gewesen und auch natürlich sehr traumatisiert.
Von daher war es also ganz gut , dass wir nicht dort gewesen sind.

So waren wir drei Mädels nur in La Paz und sind dann wieder zurück auf die Insel gefahren Sonntags.Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß dort und waren das erste Mal richtig tanzen / feiern in La Paz , wo wir mit unserem Gringa – Vorteil auch ohne Anzustehen direkt an der langen Warteschlange vorbei durften und in den Club hinein, wo wir dann auch freie Drinks bekommen haben, wie das endete muss ich jetzt hier nicht weiter ausdehnen :D

Aber ich habe total vergessen zu erwähnen was bevor wir in La Paz waren erlebt haben in der Schule, denn dort wurde anlässlich Karnevals kein Unterricht sondern eine WASSERSCHLACHT gemacht.
Wir haben uns also auch mit Wasserbomben eingedeckt und sind dann ab in die Schule, wo wir allerdings zum einen da weder Lovis, noch ich gut werfen können, und zum anderen da wir quasi 3 Mädchen gegen den Rest der Schule , heißt ca. 300 Schüler, waren, natürlich kleeeetsch nass geworden.

Aber die Krönung wartete noch auf uns, denn traditionsgemäß werden vor allem die Mädchen von den Jungs in den See geworfen.
Als wir also nach der Schule gerade auf dem Heimweg waren (nur 2 Häuser weit weg wohnen wir ja), dachte ich wir hätten es also geschafft „heil“ nach Hause zu kommen, als ich plötzlich eine Jungenhorde auf uns zu rennen sehen und als ich Jessi gerade vorwarnte, war es schon zu spät und eh ich mich versah hatten mit zwei Jungen jeweils am Arm gepackt und einer am Rücken und schwubs wurde ich einmal Kopf über in den See geschmissen.
Lustig war es in jedem Fall und als wir dann nach unserer La Paz Reise wieder zurück waren , wartete das selbe Schicksal am Rosenmontag nochmal auf uns.
Danach hatten wir dann aber auch wirklich genug :D

Am darauf folgenden Wochenende war dann anlässlich Karnevals ein zweitägiges Fest. Dort wurde ebenfalls ein traditioneller Tanz, namens Ch'uta getanzt. So haben wir Freiwilligen auch alle ein Kostüm bekommen. Wir Mädels hatten zunächst 4 Unterröcke und einen dicken Überrock an, wovon jeder einzelne Rock mit einer Schnur um die Taille geschnürt wird, um all zu große Striemen zu vermeiden haben wir uns noch ein Tuch um die Taille gebunden. Nachdem man dann also an den Hüften um mindestens 15 cm breiter aussieht, bekommt man noch eine Jacke an und mit geflochtenem Haar , so wie zwei Bommeln in den Haaren und einer Melone auf dem Kopf, die allerdings nur leicht aufgesetzt und mit Stecknadeln dann im Haar befestigt wird, ist es vollbracht.


Dazu muss man sagen, dass sich die Frauen, die hier leben quasi täglich so kleinen, man nennt sie auch deswegen Cholitas. Allerdings unterscheidet sich die Alltagskleidung von der Festkleidung darin, dass die Frauen meist weniger Unterröcke tragen und auch nicht ganz so feine, sondern oftmals schlichtere Röcke, sowie als Oberteil meist Strickpullover oder – jacken und ein Tuch umgelegt haben.

Leon und Nelson hingegen hat ein ganz anderes und noch auffälligeres Kostüm und ebenso waren einige der Tänzer , so wie einige kleine Kinder als Clowns oder Ähnliches, in jedem Fall mit Masken (oft auch Tiermasken) verkleidet.
Laut Tradition ärgern die als Clown verkleideten Menschen die anderen Anwesenden mit Erschrecken, Nassspritzen und ähnlichem.



Wir also haben dann mit den Röcken, die auch ganz schön auf den Rücken gehen auch sehr viel getanzt.
Das war wirklich schön, denn während wir bei den meisten Fiestas , wo dann eigentlich auch fast nur gegessen und Bier getrunken wird, meist auch wie die anderen nur herum sitzen, war es schön zur Abwechslung mal zu tanzen, auch wenn die Lieder (bzw. das eine Lied , dass von den Musikern (Flöte, Trompete und Trommelspielenden) immer wieder etwas schräg wiederholt wird) gerne mal 20 Minuten lang sind.
Dennoch war es eine besondere Ehre als Tänzer mittanzen zu können, wir wurden auch sogar mit NOCH MEHR Essen im Voraus belohnt (denn mit vollem Magen lässt es sich so abgeschnürt natürlich noch besser tanzen :D.
Es war für uns auch eine ganz besondere Erfahrung in dieser üblichen Tracht herumzulaufen, die vor allem unpraktisch ist, wenn man mal für kleine Mädchen ins Bohnenfeld gehen muss :D
Ich sag nur ich verstehe nun schon warum die meisten Frauen hier eigentlich keine Unterwäsche tragen.

Insofern freue ich mich auch schon sehr auf den kommenden Monat , denn im Mai gibt es hier wieder ein riesiges 3-tägiges Fest, wo wir , in einer zwar ganz anderen Tracht (ihr werdet schon sehen), dann wieder tanzen werden!

Das war also unser Karnevalserlebnis.. übrigens nur so zur Aufklärung in ganz Bolivien ist es Tradition an Karneval entweder mit Wasser und einer Art Schaum nass gemacht zu werden oder mit Farben beworfen zu werden!





TARIJA


Lasst mich also mal kurz überlegen was sonst noch so passiert ist …
Ach ja wir waren auch noch unsere Gastmutter und ihre kleine Tochter, die süße Cielo (von der ich hier auch schon des öfteren Fotos gezeigt habe) in Tarija , quasi von uns aus am anderen Ende von Bolivien, besuchen.
Cielo ist nämlich 4 Jahre alt geworden und das musste natürlich gefeiert werden, hinzu kommt, dass es auch eine gute Gelegenheit war mal Tarija , was vor allem für sein schönes warmes Wetter und den guten Wein bekannt ist, denn eigentlich kommt so gut wie aller Wein , der in Bolivien produziert wird, dort her, kennenzulernen.

Abgesehen von der Horror Hin/- und Rückfahrt .. ich sage nur 20 Stunden in einem total engem warmen bzw. eiskalten Bus zu sitzen , wo man als kleine Person wie ich nicht einmal genügend Platz hat...

war unserer Aufenthalt wirklich schön ! Wir haben vor allem natürlich uns das reichhaltige Obst und Alkoholangebot nicht entgehen lassen, und eigentlich in den paar Tagen dort nur recht viel gefeiert, getanzt , gelacht und sehr wenig geschlafen.
Auch wenn wir jetzt nicht allzu viel von Tarija erkundet haben, hat es wirklich Spaß gemacht uns gefallen und war sehr schön unsere Gastmutter und Cielo mal wiederzusehen.

Die Fiestas lassen auf sich warten....


Nach unserer Tarijareise gab es zu unserem allen Erstaunen eine lange Fiestaflaute.. denn eigentlich wie ihr hier ja sicherlich gut mitbekommen habt, wird auf der Insel zu jedem kleinsten Anlass ein Fest veranstaltet.
Dieses mal gab es allerdings nach Karneval erst einmal lange kein Fest..
Dann aber stand auch hier Ostern vor der Tür und während wir die schulfreien Tage erst einmal genutzt haben um mal wieder nach La Paz zu reisen und vor allem Leons Abschied zu feiern.
Ja leider wird er die Insel verlassen um in einem anderen Dorf hier in Bolivien in einem Krankenhaus arbeiten zu können, denn so eine Gelegenheit gibt es natürlich auf der Insel nicht, geschweige denn in Copacabana.

Von daher waren wir in einem Riesencenter , wo wir den ganzen Tag verbracht haben damit einzukaufen , zu essen, ins Kino zu gehen, in einer kleinen Spielhalle die Zeit vorm Filmbeginn zu vertreiben und schließlich auch noch Bowling spielen waren.
Ja das kann man tatsächlich alles dort machen. Völlig voll gefressen und müde sind wir dann am Ende des Tages wieder zurück zum Hostel gefahren.

Zurück auf der Insel hat uns dann endlich mal wieder ein Fest erwartet.
Am Ostermontag nach der Schule, kamen alle Bewohner des Dorfes mit riesigen Maispflanzen auf dem Rücken tanzend in die Schule.
Dies ist hier ein Karnevalsbrauch, wo vor allem den Lehrern und auch Freiwilligen, wie uns dann zum Dank für ihre Arbeit Mais und Kartoffeln geschenkt werden.
Natürlich mussten auch wir zuvor mit dem Mais auf dem Rücken tanzen, was wirklich sehr anstrengend aber schön war.
Aber seht einfach selbst die riesige Menge an Mais und Kartoffeln an, die jeder von uns geschenkt bekommen hat.

Danach wurde dann wie üblich wieder reichlich Bier getrunken und Coca gekaut, wobei das Fest aufgrund des regnerischen Wetters nachher in die Klassenräume verlegt wurde.
Das muss man sich doch mal vorstellen, dass bei uns in Deutschland bei einem Fest in den Klassenräumen, Lehrer und Eltern gemeinsam saufen :D






Aber nun gut es war ein sehr schöner Brauch und jetzt haben wir in jedem Fall genug Kartoffeln und Mais für gefühlte 3 Jahre... verhungern tun wir also keinesfalls !

 






























Kommentare:

  1. Hi Romi, das ist ja alles sehr aufregend. Gut, dass du alles gut überstanden hast. Denkst du wirklich deine "alte" Mutter und deine "alten" Tanten könnten so eine Reise überstehen? LG

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  2. :D ja klar ! Außerdem ist doch ein Abenteuer immer gut und ihr habt ja nicht so viel Gepäck ;) hier gibt es sowieso 100 mal größere Märkte als auf Sizilien, wo man ganz tolle Sachen kaufen kann !

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  3. hallo romi....

    ich freu mich auch, daß du alles gut überstanden hast...

    ich wünsch dir eine schöne zeit...
    schöne bilder bis jetzt.. du siehst auch ziemlich entspannt aus...


    ja mit der anreise war natürlich schon ein kleines abenteuer und sehr zeitintensiv.....

    kann ich auch nachvollziehen...

    ich mußte heute 15 minuten !!! mit dem fahrrad zur arbeit ( anstatt 10 minuten )echt krass...

    alles liebe, bacio...lutz

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  4. Romina!! Hier sind Lou und Marla! Wir sind gerade bei Tobi mit Meuser, Boiten und Marcel Hölbling und lesen gerade alles, was bei dir in den letzten Tagen so passiert ist! Wir vermissen dich jetzt schon und wünscvhen dir alles, alles Gute! Hoffentlich musst du nicht weitere Verluste erleiden und wenn, dann hauen Lou und ich alle kaputt, die dafür verantwortlich sind! Küsse, Küsse, Küsse!

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    1. IHR süüüüüßem !!! ich hoffe euch geht es gut :) Marli wann gehts denn jetzt bei dir genau los??? Dann musst du aber auch so fleißig sein wie ich hier :D nene keine weiteren Verluste bisher erlitten!

      Küsschen

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  5. Liebe Romina,
    wir vermissen dich!
    Wir hoffen es geht dir gut und du hast eine schöne Zeit in Bolivien.
    wir wünschen dir noch viel spaß!
    Bacioni , Nonna & Nonno

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  6. cciao romina come va la vita in bolivin speriamo che ti diverti al meno un po bacio ituoi nonni

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  7. ciao Nonni ! sto bene ! la isla e maravillosa ! lunedi voi cominciare a lavorare en la scuola ! bacio, Romina

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  8. Ciao Romina sono contenta che vai a la voro cosi la giornata pasa presto.Per il fatto da Mangiara come va? Bacio a presto Nona e Nonno

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  9. Hallo Romschen schön von dir zu hören.Du kennst ja deine Nonna Sie ist besorgt das du zu wenig zu Essen bekommst.Wir haben unsere letzten Drei Tage dann gehts zurück Richtung Deutschland .Wir vermissen dich sehr ,Sei vorsichtig pass gut auf dich auf.Wir wünschen dir für Montag einen guten Start,die Kinder werden dich lieben ,da sind wir uns sicher. Wir schicken dir eine dicke Umarmung haben dich super lieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeb. Deine Tante Susi Pippo Sara und Campino Wir melden uns wieder wen wir zu hause sind Baciooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

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  10. CIAO !! Tutto bene ! Also Essen gibt es hier wirklich meeeeeeeeeehr als genug , so viel kann ich schon fast gar nicht Essen. Ich hoffe ihr hattet einen schönen Urlaub und Spaß mit Anna. BACIO, Romina

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  11. Hallo Romi ,wie du siehst haben wir es geschaft das ich es auch lesen kann was du schreibst ich bin froh das deine Gastfamielie so nett ist und du dich wohl fühlst wir Cookie und ich vermießen dich (vor allem dein rum gemäckere) ,uns geht es gut Kuss Mama und Cookie

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  12. Hallo Romina,
    wir freuen uns über Deinen Bericht, denn aus anderer Quelle (wir sind Jessicas Eltern) sehen Berichte doch beruhigender aus. Man bildet sich ein, dadurch besseren Einblick zu haben. Ich finde es toll, dass ihr Euch langsam eingewöhnt und wünsche Euch recht bald den Erfolg, den ihr Euch wünscht. Macht es gut und viel Erfolg bei Eurem Tun,
    herzlich Michaela und Jürgen Wurst

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    1. Hallo Eltern von Jessi ! das freut mich ja dass ihr meinen blog verfolgt ! Jessi erzählt sehr viel von eurer tollen großen Familie :) Ich denke dass Jessi und ich schon nen gutes Team sind :) vielen lieben Dank für die Wünsche ...wir geben uns die beste Mühe !
      Liebe Grüße !
      Romina

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    2. Hallo Romina,
      Ihr habt es echt schwer mit den bolivanischen Behörden. Betreffs Blog bist Du reger als Jessi und somit eine gute Informationsquelle. Es freut uns sehr, dass ihr zwei Euch versteht, denn geteiltes Leid, ist halbes Leid und wir sind ja weit weg.
      Große familie haben wir udn würden uns freuen, Dich nach Eurem jahr mal bei uns begrüßen zu dürfen, vielleicht ist es dann ja schön und warm und wir können im Garten schwatzen, Kaffee trinken usw.. Bis dahin: laßt Euch nicht unter kriegen - der Kölner sagt: hät immer noch ens jod jegangen.
      Herzlichen Gruß aus dem sonnig warmen Berlin - der Spätsommer ist noch einmal mit seiner schönen Seite zu uns gekommen, doch es wird bald auch Regen geben (braucht die Natur, um den nahenden Winter gut zu überstehen) - bei Euch ist ja bald Frühling...
      tschau udn macht es gut
      Michaela und Jürgen

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    3. Ja das stimmt, aber immerhin werden wir jetzt vermutlich das größte Fest in Sucre miterleben können (denn das ist über das ganze Wochenende und es sieht schwer danach aus als seien wir dann noch hier :D)
      Das ist wirklich sehr lieb ! Die Einladung werde ich sehr gerne dann annehmen !
      Hier in Sucre ist das Wetter ja sowieso sehr schön warm :) Also hat es letztendlich doch noch Vorteile hier zu sein !
      Liebe Grüße,
      Romina

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  13. Hallo Romi,

    dein Bericht ist ja spannend wie ein Krimi! Schreibst du wirklich toll - bestimmt kann man später ein Buch draus machen und reich werden :-) Wir sind alle nicht nur froh sondern auch sehr erleichtert, dass es dir gut geht und du dich wohl fühlst und happy bist (so wie auch Jessis Eltern). Bolivien ist ja doch soooooooo weit weg. Mach weiter so...

    Baci hdl Mari

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  14. Hola Romina,
    nos alegramos mucho que estés bien en ese país tan bonito.
    Te extrañamos mucho
    Sergio y Barbara

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  15. Hey Romina :)
    ich wollte mich nun auch mal zu deinem Blog äußern.
    Super schön! Die Bilder sind echte klasse, alles farbenfroh und du siehst immer glücklich aus :) Perfekt!
    Natürlich sind auch die Berichte sehr gut, bisher konnte ich eigentlich nur Positives herauslesen, das freut mich sehr.
    Ich finde es klasse, wie sehr ihr schon in die dortige Kultur integriert und in Feste miteinbezogen wurdet, das ist sicher super aufregend.
    Ich wünsche dir weiterhin noch viiiiel Spaß und noch viiiel mehr von diesen tollen Erfahrungen und Erlebnissen!
    Liebe Grüße :)

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  16. Hallo Romina

    Ich freue mich das es dir gut geht und bin sehr stolz auf dich. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und das du mit viel guten Erfahrungen gesund und munter nach Hause kommst.

    Deine Tante Regina

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